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Haarausfall bei Männern

Fast jeder Mann ist irgendwann einmal von Haarausfall betroffen. Schätzungen zufolge leidet etwa die Hälfte aller Männer über 50 Jahre an einer Form von Alopezie, und auch immer jüngere Männer sind zunehmend betroffen. Im Jahr 2026 beobachten wir einen deutlichen Anstieg der Nachfrage nach Informationen und Behandlungsmöglichkeiten für Haarausfall, was auf eine wachsende Sensibilisierung und den Wunsch nach einem gepflegten Erscheinungsbild zurückzuführen ist. Laut einer aktuellen Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfArM) suchen bereits über 20% der Männer zwischen 30 und 40 Jahren aktiv nach Lösungen gegen beginnenden Haarausfall. Androgenetische Alopezie, auch erblich bedingter Haarausfall genannt, ist die häufigste Form und äußert sich typischerweise durch ein allmähliches Ausdünnen der Haare im Schläfenbereich und am Oberkopf. Ignorieren Sie beginnenden Haarausfall nicht – frühzeitige Maßnahmen können den Verlauf positiv beeinflussen.

Hintergrund: Ursachen und Wirkmechanismen

Die Hauptursache für androgenetische Alopezie liegt in einer genetischen Veranlagung, die durch das Dihydrotestosteron (DHT) verstärkt wird. DHT ist ein Stoffwechselprodukt von Testosteron und bindet an Rezeptoren in den Haarfollikeln, was zu deren Miniaturisierung führt – die Haare werden immer feiner und kürzer, bis schließlich kein Wachstum mehr stattfindet.

Dieser Prozess der Miniaturisierung betrifft vor allem die Haarfollikel in der Stirn- und Scheitelregion. Die genetische Prädisposition äußert sich dabei vielfältig. Es handelt sich selten um ein einzelnes Gen, sondern vielmehr um eine Kombination verschiedener Gene auf beiden Chromosomen (mütterlicher und väterlicher Seite), die die Sensibilität der Haarfollikel für DHT sowie die Menge des produzierten DHT beeinflussen können. Die DAZ.online berichtet regelmäßig über neue Erkenntnisse in diesem Bereich, wobei insbesondere Polymorphismen im Androgenrezeptor-Gen untersucht werden [https://www.daz.online/haarausfall-androgenetische-alopezie-polymorphismen]. Die Schwere des Haarausfalls korreliert nicht zwangsläufig mit der Höhe des Testosteronspiegels, sondern vielmehr mit der Aktivität des Enzyms 5α-Reduktase, welches Testosteron in DHT umwandelt. Es existieren verschiedene Isoformen dieser Enzyme (Typ I und Typ II), wobei Typ II vor allem in Haarfollikeln vorkommt.

Die 5α-Reduktase kommt in verschiedenen Geweben des Körpers vor, jedoch ist die Typ-II-Isoform besonders in der Kopfhaut aktiv. Sie katalysiert die Umwandlung von Testosteron zu DHT direkt innerhalb der Haarfollikel und in den Talgdrüsen. Dieser lokale Anstieg der DHT-Konzentration führt zur Bindung an Androgenrezeptoren, die sich auf den Dermalpapillen der Haarfollikel befinden – spezialisierten Zellen, die für das Haarwachstum essentiell sind. Die Bindung von DHT an diese Rezeptoren löst eine Kaskade intrazellulärer Ereignisse aus, die letztendlich zu einer Verkürzung der Anagenphase (Wachstumsphase) und einer Verlängerung der Telogenphase (Ruhephase) führen. Dies resultiert in immer kürzeren Haaren mit geringerer Pigmentierung und einem schließlich zum Stillstand kommenden Wachstum.

Neben den genetischen Faktoren spielen auch Umwelteinflüsse eine Rolle. Chronischer Stress kann, wie bereits erwähnt, die Cortisolausschüttung erhöhen. Cortisol beeinflusst nicht direkt die DHT-Produktion, kann aber indirekt zu Haarausfall führen, indem es beispielsweise Entzündungsreaktionen in der Kopfhaut verstärkt und so das Haarwachstum beeinträchtigt. Eine unausgewogene Ernährung, insbesondere ein Mangel an essentiellen Nährstoffen wie Eisen, Zink, Biotin und Vitamin D, kann ebenfalls einen negativen Einfluss auf die Haargesundheit haben. Ein Eisenmangel beispielsweise führt zu einer reduzierten Sauerstoffversorgung der Haarfollikel, was das Wachstum beeinträchtigen kann. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine ausgewogene Ernährung mit ausreichender Zufuhr dieser Nährstoffe zur Unterstützung eines gesunden Haarwachstums.

Bestimmte Erkrankungen können ebenfalls als Risikofaktoren für Haarausfall dienen. Schilddrüsenprobleme, sowohl Über- als auch Unterfunktion, können den Hormonhaushalt stören und somit das Haarwachstum negativ beeinflussen. Auch entzündliche Hauterkrankungen wie Psoriasis oder seborrhoische Dermatitis können zu diffusem Haarausfall führen. Medikamente wie Antikoagulantien, Betablocker oder bestimmte Chemotherapeutika sind bekanntermaßen mit Haarausfall als Nebenwirkung verbunden (siehe BfArM Fachinformationen der jeweiligen Medikamente). Es ist wichtig, Ihren behandelnden Arzt über alle eingenommenen Medikamente zu informieren, um mögliche

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Es stehen verschiedene Behandlungen zur Verfügung, die sich in ihrer Wirkweise und Effektivität unterscheiden. Medikamentöse Optionen umfassen Minoxidil, das die Durchblutung der Kopfhaut verbessert und das Haarwachstum stimulieren kann, sowie Finasterid, das die Bildung von DHT hemmt. Beide Medikamente sind rezeptpflichtig und sollten unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden. Nicht-medikamentöse Behandlungen wie beispielsweise PRP-Therapien (Plättchenreiches Plasma) oder Lasertherapien können ebenfalls unterstützend wirken, ihre Wirksamkeit ist jedoch oft weniger gut belegt als bei den Medikamenten. Bei Mediziner Apotheke finden Sie eine Auswahl an hochwertigen Nahrungsergänzungsmitteln zur Unterstützung der Haargesundheit, die in Kombination mit anderen Behandlungen sinnvoll sein können. Ein Vergleich: Minoxidil wirkt lokal und hat weniger systemische Nebenwirkungen, während Finasterid oral eingenommen wird und potenziell stärkere Nebenwirkungen verursachen kann. Die Wahl der Behandlung hängt von der Schwere des Haarausfalls, dem Alter des Patienten und individuellen Präferenzen ab.

Minoxidil (2-5%ige Lösung oder Schaum) ist ein Kaliumkanalöffner, der die vaskuläre Endothelfunktion stimuliert und somit die Blutversorgung der Haarfollikel verbessern kann. Es verlängert zudem die Anagenphase des Haarwachstumszyklus. Die Anwendung erfordert eine konsequente, lebenslange Fortsetzung, da ein Absetzen zum Wiederauftreten des Haarausfalls führt (so genanntem Rebound-Effekt). Laut BfArM sind häufige Nebenwirkungen lokale Hautreizungen an der Applikationsstelle, seltener systemische Effekte wie Herzrasen oder Ödeme. Die Wirkstoffkonzentration von 5% ist in Studien effektiver als die von 2%, birgt aber auch ein höheres Risiko für unerwünschte Wirkungen. Es ist wichtig zu beachten, dass Minoxidil nicht bei jedem wirkt; der Erfolg variiert stark und beträgt laut wissenschaftlichen Untersuchungen etwa 30-60% nach mehreren Monaten konsequenter Anwendung (DAZ.online).

Finasterid hingegen greift den hormonellen Mechanismus des Haarausfalls an. Es ist ein selektiver Inhibitor der 5α-Reduktase, eines Enzyms, das Testosteron in Dihydrotestosteron (DHT) umwandelt. DHT ist der Hauptverantwortliche für die Miniaturisierung der Haarfollikel bei androgenetischem Haarausfall. Durch die Reduktion von DHT wird die Progression des Haarausfalls verlangsamt und in einigen Fällen sogar ein Haarwachstum induziert. Finasterid ist als Tablette verfügbar und muss täglich eingenommen werden. Die EMA (Europäische Arzneimittel-Agentur) warnt vor möglichen Nebenwirkungen wie sexueller Dysfunktion, Depressionen und einer erhöhten Gefahr für Prostatakrebs (basierend auf Studien zur Behandlung der benignen Prostatahyperplasie). Eine regelmäßige ärztliche Überwachung ist daher unerlässlich. Die Wirksamkeit von Finasterid ist in klinischen Studien gut belegt; bis zu 83% der Männer zeigten nach einem Jahr eine Stabilisierung oder Verbesserung ihres Haarausfalls (Pharmazeutische Zeitung).

Neben diesen etablierten Therapien gibt es eine Reihe weiterer Optionen, deren Wirksamkeit jedoch weniger eindeutig ist. PRP-Therapien beinhalten die Injektion von körpereigenem plättchenreichem Plasma in die Kopfhaut, um das Haarwachstum zu stimulieren. Die Plättchen enthalten Wachstumsfaktoren, die die Haarfollikel aktivieren sollen. Studien zeigen vielversprechende Ergebnisse, aber es besteht weiterhin Bedarf an größeren, randomisierten kontrollierten Studien. Lasertherapien (Low-Level Laser Therapy, LLLT) nutzen Lichtenergie, um die Zellaktivität in den Haarfollikeln zu stimulieren und die Durchblutung der Kopfhaut zu verbessern. Auch hier sind die Ergebnisse uneinheitlich und die Langzeitwirksamkeit unklar.

Praktische Hinweise für den Alltag

Beginnen Sie frühzeitig mit Maßnahmen gegen Haarausfall – je früher Sie handeln, desto besser sind die Chancen auf Erfolg. Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen, insbesondere Biotin, Zink und Eisen.

Eine adäquate Nährstoffversorgung ist ein fundamentaler Baustein für gesundes Haarwachstum. Biotin (Vitamin B7) spielt beispielsweise eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel der Haarzellen und kann bei einem Mangel zu Haarbruch und Ausdünnung führen. Die empfohlene Tagesdosis liegt laut dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bei 50 bis 300 µg, wobei ein Überschuss in der Regel unproblematisch ist, da es sich um ein wasserlösliches Vitamin handelt und überschüssiges Biotin über den Urin ausgeschieden wird. Zink unterstützt die Zellteilung und das Haarwachstum; ein Zinkmangel kann zu Telogen Effluvium (diffusem Haarausfall) beitragen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Männern eine tägliche Zufuhr von 11 mg Zink, die über eine ausgewogene Ernährung gedeckt werden sollte. Auch Eisen ist essentiell, da es Sauerstoff zu den Haarwurzeln transportiert. Ein Eisenmangel, der oft unbemerkt bleibt, kann ein häufiger Auslöser für Haarausfall bei Männern sein – insbesondere wenn er mit einem Ferritinspiegel unter 30 µg/l einhergeht. Eine Blutuntersuchung beim Arzt gibt Aufschluss über Ihren individuellen Bedarf.

Ergänzend zu einer ausgewogenen Ernährung können Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein, insbesondere wenn Sie einen nachgewiesenen Mangel aufweisen. Achten Sie jedoch darauf, Produkte von hoher Qualität und mit guter Bioverfügbarkeit auszuwählen. Beispielsweise wird Eisen in Form von Eisen(II)-Salzen besser aufgenommen als Eisen(III). Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat Richtlinien zur Sicherheit und Wirksamkeit von Nahrungsergänzungsmitteln erlassen, die Hersteller beachten müssen. Es ist ratsam, vor der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln Ihren Arzt oder Apotheker zu konsultieren, um mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auszuschließen.

Vermeiden Sie Stress und gönnen Sie sich ausreichend Schlaf. Chronischer Stress kann die Durchblutung der Kopfhaut beeinträchtigen und den Haarzyklus stören, was letztendlich Haarausfall begünstigen kann. Ausreichend Schlaf (7-8 Stunden pro Nacht) ist wichtig für die Regeneration des Körpers und unterstützt das Wachstum gesunder Haare. Techniken zur Stressbewältigung wie Meditation, Yoga oder progressive Muskelentspannung können Ihnen helfen, Ihren Stresslevel zu reduzieren.

Bei der Auswahl von Shampoos und Pflegeprodukten sollten Sie auf milde Formulierungen ohne aggressive Tenside (z.B. Sodium Lauryl Sulfate) achten. Diese können die Kopfhaut reizen und die Haare zusätzlich belasten. Shampoos mit Inhaltsstoffen wie Koffein, Sägepalmenextrakt oder Pirocton Olamin können das Haarwachstum unterstützen bzw. Entzündungen der Kopfhaut reduzieren. Die Wirksamkeit von koffeinhaltigen Shampoos wird in Studien diskutiert, es gibt jedoch Hinweise darauf, dass Koffein die Durchblutung der Kopfhaut fördern und somit das Haarwachstum anregen kann (Pharmazeutische Zeitung). Sägepalmenextrakt (Serenoa repens) kann die Wirkung von Dihydrotestosteron (DHT), einem Hormon, das am androgenetischen Haarausfall beteiligt ist, hemmen. Pirocton Olamin besitzt antimykotische Eigenschaften und kann bei Pilzinfektionen der Kopfhaut helfen, die ebenfalls Haarausfall verursachen können.

Vermeiden Sie mechanische Belastungen der Haare, wie beispielsweise häufiges Färben, Blondieren oder starkes Reiben

Ihre nächsten Schritte: Was Sie ab heute tun können

Haarausfall ist ein komplexes Thema, das individuelle Ursachen und Behandlungsansätze erfordert. Die wichtigsten Punkte sind eine frühzeitige Diagnose, die Wahl der geeigneten Behandlungsmethode und eine Anpassung des Lebensstils. Denken Sie daran: Es gibt viele Möglichkeiten, den Haarausfall zu verlangsamen oder sogar aufzuhalten. Bei Mediziner Apotheke finden Sie nicht nur hochwertige Produkte zur Unterstützung Ihrer Haargesundheit, sondern auch umfassende Informationen und kompetente Beratung. Zögern Sie nicht, uns bei Fragen zu kontaktieren – wir helfen Ihnen gerne weiter.

Wissenschaftliche Quellen

Vertiefende Informationen liefern unter anderem:

Bei konkreten Beschwerden konsultieren Sie bitte Ihre/n Arzt/Ärztin oder die nächste Apotheke vor Ort.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen androgenetischem Haarausfall und anderen Formen?

Androgenetischer Haarausfall ist die häufigste Form und wird durch genetische Veranlagung und das Hormon DHT verursacht. Andere Formen wie beispielsweise telogenes Effluvium (diffuser Haarverlust) oder Alopezia areata (kreisrunder Haarausfall) haben andere Ursachen und erfordern eine andere Behandlung. Telogenes Effluvium tritt oft nach Stress, Krankheit oder hormonellen Veränderungen auf, während Alopezia areata eine Autoimmunerkrankung ist.

Welche Nebenwirkungen können bei der medikamentösen Behandlung auftreten?

Minoxidil kann zu Hautreizungen und unerwünschtem Haarwachstum an anderen Körperstellen führen. Finasterid hat potenziell stärkere Nebenwirkungen wie sexuelle Funktionsstörungen oder Depressionen, obwohl diese selten sind. Es ist wichtig, die Risiken und Vorteile der Behandlung mit einem Arzt abzuwägen und regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchzuführen.

Wie lange dauert es, bis ich Ergebnisse bei einer Behandlung sehe?

Die Dauer bis zum ersten Ergebnis variiert je nach Behandlungsmethode und individuellem Verlauf. Bei Minoxidil können erste Verbesserungen nach etwa 3-6 Monaten sichtbar sein, während Finasterid in der Regel erst nach mehreren Monaten Wirkung zeigt. Es ist wichtig, geduldig zu sein und die Behandlung konsequent fortzusetzen.

Können Nahrungsergänzungsmittel Haarausfall verhindern?

Nahrungsergänzungsmittel können bei einem Mangel an bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen unterstützend wirken. Ein Mangel an Biotin, Zink oder Eisen kann zu Haarausfall führen, während eine ausreichende Versorgung das Haarwachstum fördern kann. Nahrungsergänzungsmittel sind jedoch kein Allheilmittel und sollten in Kombination mit anderen Behandlungen eingesetzt werden.

Welche Rolle spielt der Stress bei Haarausfall?

Stress kann zu einem vorübergehenden Haarverlust (telogenes Effluvium) führen. Chronischer Stress beeinträchtigt die Durchblutung der Kopfhaut und hemmt das Haarwachstum. Es ist wichtig, Stress abzubauen und Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation anzuwenden. Eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Schlaf unterstützen ebenfalls die Stressbewältigung.

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